
Auf Karls Erdbeer-Hof, der rund 300 Hektar mit den süßen, roten Früchten rund um Rostock bewirtschaftet, herrscht Hochbetrieb. Es ist Erdbeerzeit. Und die dauert hier noch bis Anfang August, auch dank der späteren Sorte Florence. Für Unternehmenschef Robert Dahl und seine Mitarbeiter auch eine Zeit des frühen Aufstehens. „So zwischen drei und fünf Uhr.“ Der 40-Jährige hat aktuell seinen Arbeitsplatz im Großraumbüro des Erdbeer-Hofes, an einem Rechner, so wie viele andere seiner Mitarbeiter auch. Per Computer werden von hier die Belieferungen der insgesamt 280 „Karls“- Erdbeerstände, davon allein 170 im Bereich Brandenburg und Berlin, gelenkt und überwacht, damit es zu keinen Engpässen kommt. „Dieser Neubau war zwingend notwendig, denn von unserem Erlebnisdorf war die Logistik der Erdbeerernte nicht mehr zu bewältigen“, so Robert Dahl. Ein großzügiger, moderner Komplex neben dem urigen Erlebnis-Hof und Bauernmarkt. In gewisser Weise Tradition und Moderne. Neue Dimensionen, die für Dahl damals, 1993, als er hier anfing, um in dritter Generation den Erdbeer-Hof in Rövershagen zu führen, unvorstellbar waren. „Wahrlich nicht. Wir sind nach dem Bedarf gewachsen, eine Tatsache, die Sinn gemacht hat, aber vor allem Spaß.“
Salopp gesagt, das Ende der Fahnenstange ist für Robert Dahl noch längst nicht erreicht. Sein aktuellstes Vorhaben: Karls Erlebnis-Hof entsteht auf Rügen. Am 12. Mai nächsten Jahres ist Eröffnung, und dies in Zirkow an der B 196. „Nach Rügen wollten wir schon lange. Unsere Recherchen haben nämlich gezeigt, dass nur 0,8 Prozent der Urlauber von der Insel zu uns nach Rövershagen kamen. Zu wenig, wenn man bedenkt, dass Rügen eine Tourismushochburg ist“, erklärt Robert Dahl. Der dortige Erlebnis-Hof werde nach dem gleichen Konzept wie in Rövershagen entstehen. Verschiedene Manufakturen gibt es, ein großes Cafè, Indoor-Spielplatz und so weiter. „Auf Rügen entsteht im wahrsten Sinne das Beste, was wir bis jetzt gemacht haben. Man wiederholt ja keinen Fehler“.
Wer auf die Homepage (www.karls.de) schaut, entdeckt, dass der Unternehmer Dahl deutschlandweit nach Grundstücken Ausschau hält. In der Nähe von Spandau, in Wustermark an der B 5, wurde man auch fündig. „Bereits seit 16 Jahren sind wir mit unserer Erdbeervermarktung in Berlin präsent.“ Ein hoher Bekanntheitsgrad ist erreicht, und nun sei es höchste Zeit, Karls Erlebnis-Hof im Radius der deutschen Hauptstadt zu bauen. „Wenn der Bebauungsplan rechtskräftig ist, starten wir durch.“
Auch ein Grundstück in Leipzig hat er sich gerade angeschaut. „Und meine Frau kommt aus Bochum, warum nicht auch dort Karls Erlebnis-Hof bauen.“ Robert Dahl sprudelt vor Begeisterung. „Wir haben deutschlandweit mit unserem Konzept eine absolute Daseinsberechtigung.“ Das fühle er ganz genau. Und wirft einen Blick auf die nächsten 20 Jahre. „Dann haben wir vielleicht Bayern erreicht.“ Pro Jahr einen Standort bauen, das könnte er sich vorstellen. „Aber nichts überstürzen, denn wir müssen nicht wachsen, um weiter zu überleben. Wir wollen jeden Erlebnis-Hof zu etwas Besonderem machen, voller neuer Ideen und auch die Liebe zum Detail nicht aus den Augen lassen.“ Bei aller Vision, Bodenhaftung sei ihm wichtig.