Die Zeit, in der sich Citroën als Pionier in Fernost zeigte, nämlich was Autos auch ohne Straßen erreichen können, liegt fast genau 80 Jahre zurück. Die seltsamen Autos, zum Teil mit Kettenantrieb und drei Augen, natürlich Scheinwerfer, gehörten in der Kindheit für mich fest zu den Bildern, aus denen ich Träume machte. Heute hat es nahezu etwas Prophetisches an sich, dass Citroën 1931 vor allem in China die Mobilität auch ohne Infrastruktur vorwegnahm. Kurios ist der Griff auf japanische Eltern, um die Off-Road-Enthaltsamkeit zu beenden.
Der neue Citroën C-Crosser kommt mit bewährtem Allradantrieb aus dem Hause Mitsubishi. Das tun andere zwar auch, aber keiner gibt ihm ein so gelungenes und klares Gesicht. Dazu gelingt Citroën ein äußerst hochwertiger Innenraum. Materialeinsatz und Verarbeitung sorgen in dieser Klasse fast für eine Überraschung. Der Doppelwinkel macht wieder Spaß!
Das Konzept des Autos greift in der Klasse der SUV´s auf die Vorteile der großen Bodenfreiheit, des erhöhten Einstiegs, der gute Rundumsicht und der sicheren Traktion.
Tatsächlich ist der Einstieg sehr bequem, das Auto ist überschaubar, aber ich sitze nicht auf dem Präsentierteller. Die optionale Rückfahrkamera beendet jede Frage nach Alltagstauglichkeit. Der C-Crosser zeigt den Weg in die Parklücke.
Die sich durch das gesamte Auto ziehende Gutmütigkeit distanziert den Fahrer hoffentlich nicht zu schnell von der Realität:
- als Allradler ist er ein typischer Kurvenjäger „langsam rein und schnell raus”,
- als SUV mit Hilfsrahmen bleibt der Stadtdschungel fast ohne natürliche Feinde wie Kanten und Schwellen,
- der Motor bringt das Auto selbst im sparsamen Modus mit Frontantrieb nicht in Anfahrschwierigkeiten und
- Eingriffe in die Fahrstabilität wird der erhöhte Fahrer kaum erleben.
Gegen die kultige Oberliga X3 & Co. zu bestehen, bleibt verwegen. Der sparsame und leise französische Diesel bemüht mit dem japanischen Antriebsstrang ab 33.900 Euro den C-Crosser zur Empfehlung seiner Klasse, ab 40.250 Euro sogar mit Doppelkupplungsgetriebe.
Text und Fotos:
Peter-Paul Reinmuth, p-p-r.com
