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Bis irgendwann tiefes Vertrauen entsteht…Essen ohne Schnickschnack - Lutz SeverinAngekommen - Mathias FreiheitKlassenmaß für Kurvenhatz und Windschnitt - Der 3er BMW„Play Golf – Have Fun”Pure Verführung - Klosterladen in Bad DoberanLiebe Leserin, lieber Leser,
Bis irgendwann tiefes Vertrauen entsteht…
Essen ohne Schnickschnack - Lutz Severin
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Klassenmaß für Kurvenhatz und Windschnitt - Der 3er BMW
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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

„wer nach den Sternen greift, der muss durch die Wolken. "Mir scheint, nein, ich weiß es, dieser Spruch ist Lebensmaxime von Dr. Mathias von Hülsen. Ein hehres Ziel des Intendanten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Doch ohne geht es nicht. Wie sonst könnten sich die Festspiele MV zur prägenden Marke unseres Bundeslandes entwickelt haben. In der von Hülsen’schen Wohnung am Schweriner Pfaffenteich plauderte ich mit ihm und seiner Ehefrau Dorothy – aber nicht nur über die Festspiele. Ein wunderbar bodenständiges Paar.


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Quo vadis - Filmland Mecklenburg-Vorpommern - Von Dieter Schumann, Regisseur

16.09.2011
Vor fünf Jahren war dort zu lesen, dass die Filmförderung mit der Maßgabe der Stärkung des Drehstandortes M-V zu entwickeln ist, um vor allem als Imagefaktor das Land populärer zu machen.  Was hat sich seitdem getan?
Die vor drei Jahren mit einem jährlichen Volumen von 400.000 € ausgestattete Wirtschaftliche Filmförderung unterstützte drei Filmproduktionen einheimischer Produzenten, der überwiegende Anteil der Mittel ging  an große Filmproduktionen, die Dreharbeiten in M-V durchführten. Dabei ist mir nicht eine Produktion bekannt geworden, die ihre Entscheidung für den Dreh im Lande von der inländischen Förderung abhängig machte oder im Anschluss ein Büro in M-V einrichtete. Wie viele Betten durch das Auftauchen einheimischer Landschaften im Film zusätzlich ausgelastet wurden, ist schwer zu ermitteln. Es kann aber angenommen werden, dass der Bekanntheitsgrad unserer Ostseeküste und der mecklenburgischen Seenplatte  nicht nennenswert gesteigert wurde, zumal die Handlungsorte im Film oft woanders hin verlagert werden. Auch im Service-Bereich ist keinerlei Infrastruktur dazugekommen. Die großen Produktionen bringen alles selber mit. So kann man getrost von einem Mitnahmeeffekt ausgehen.

Welcher Effekt entstand für die Infrastruktur im Lande? Zu den gerade mal fünf nennenswerten eher kleinen Filmproduktionsfirmen ist keine dazugekommen, noch konnten diese zusätzliche Arbeitskräfte einstellen.  Ganz im Gegenteil, sie kämpfen mehr denn je ums Überleben. Die bisherigen Regeln der Wirtschaftlichen Filmförderung bieten im bundesweiten Vergleich die schlechtesten Konditionen für die einheimischen Produzenten. Kameramänner und Schnittmeister, die von ihrer Arbeit leben wollen, wechseln in andere Berufe oder gehen außer Landes. Auf der anderen Seite bemüht sich die kleine Kulturelle Filmförderung mit einem Volumen von 200.000 € tapfer um die Förderung des landeseigenen Nachwuchses. Doch was nützt es, wenn dieser eines Tages im Beruf arbeiten und davon leben möchte?  Ihm bleibt nur die Abwanderung an lukrativere Standorte.  Also was tun? Für 2012 ist die Wirtschaftliche Filmförderung nicht etwa nur gekürzt sondern genullt. Sich im Medienzeitalter generell von der Förderung des wirksamsten Kulturträgers zu verabschieden ist nicht nur rückwärts gewandt, es ist  katastrophal. Nicht nur heute sondern auch für die  Zukunft, wo Identität und Geschichte immer mehr von audiovisuellen Zeitzeugnissen getragen werden, hätte der Verzicht auf eine eigene Filmproduktion fatale Folgen für die Erinnerung an unser Land. Und es gibt gute Gründe, Filme über dieses Land zu machen.

Ein Beispiel: Unser Kinodokumentarfilm „Wadans Welt“ berichtet über den Existenzkampf der Wismarer Schiffbauer in Zeiten der Krise. Der Film wurde in diesem Jahr von vielen Festivals in der ganzen Welt eingeladen. Das Goethe-Institut hat ihn erworben und wird ihn in seinen 80 Ländervertretungen anbieten. Nicht die schönen Strände haben die Zuschauer im In- und Ausland überzeugt, es war die Mentalität der Menschen, die sie interessierte, deren Ruhe und Bodenständigkeit, das Traditionsbewusstsein und der Stolz auf ihre Arbeit. Dem Untertitel des Films „Von der Würde der Arbeit“ hätte man den „Von der Würde des Mecklenburgers“ eigentlich beifügen können. Landschaften mögen wichtig sein für die Darstellung unseres Landes, doch wichtiger noch sind die Menschen, die in ihr leben. Wir brauchen die Filmproduzenten, die mit diesem Land verbunden sind – und wir brauchen eine Filmpolitik, die ihre Arbeit und Existenz ermöglicht!