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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

„wer nach den Sternen greift, der muss durch die Wolken. "Mir scheint, nein, ich weiß es, dieser Spruch ist Lebensmaxime von Dr. Mathias von Hülsen. Ein hehres Ziel des Intendanten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Doch ohne geht es nicht. Wie sonst könnten sich die Festspiele MV zur prägenden Marke unseres Bundeslandes entwickelt haben. In der von Hülsen’schen Wohnung am Schweriner Pfaffenteich plauderte ich mit ihm und seiner Ehefrau Dorothy – aber nicht nur über die Festspiele. Ein wunderbar bodenständiges Paar.


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Möbel Harrmann

10.12.2008

Unternehmergeist par excellence

Sabine und Mike Giebel

„Man darf nichts im Leben dem Zufall überlassen. Die Weisheit hab' ich vom alten Harrmann.“ Mike Giebel streicht sich über seinen nicht vorhandenen Bart und blickt entschlossen über die Lesebrille. „Die Geburt meines Sohnes war solch ein Moment“. Verdammt knapp ist es damals gewesen. „Hätte Mike nicht sofort und ohne zu zögern eingegriffen...“, Ehefrau Sabine winkt ab. Sofort und ohne zu zögern fiel damals auch der Entschluss, das Möbelhaus, in dem er als junger Spund das Tischlerhandwerk erlernte, zu kaufen. Gerade mal zwei Wochen Geschäftsführer, dann ging alles ganz schnell, auch als später die dazugehörigen Werkstätten und Produktionshallen zur Disposition standen. „Meine Frau und ich, wir saßen mitten in den Dünen. In Graal Müritz am Strand.“ Das war 1996.

Mike Giebel ist ein Frontkämpfer – überzeugt, resolut, immer gerade aus. Sabine ist die Strategin, hält die unternehmerischen Fäden im Hause Harrmann zusammen. Bis heute hat das junge Paar seinen Entschluss, eine Möbelhausdynastie wieder zum Leben zu erwecken, mit allen Konsequenzen die folgen würden, nicht bereut. Ganz im Gegenteil. Gerade erst erhielt das Einrichtungshaus die berühmten 5 Sterne. Hinter dieser Zertifizierung steht eine klar strukturierte Philosophie, die das Unternehmen auf ganzer Linie auszeichnet. Gerade mal zwölf Häuser wurden in Deutschland bislang mit dem Fünf-Sterne-Zertifikat prämiert. Möbel Harrmann ist eines von ihnen. Das macht stolz. Stolz sind die beiden auch auf ihr siebenköpfiges Team. „Wir hegen und pflegen unsere Mitarbeiter“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Der heute 43-jährige Rostocker hat seine Ausbildung zum Tischlergesellen 1981 in den Harrmanschen Hallen begonnen. „Sehen Sie, genau hier, hinter dieser Bürowand. Da stand die Hobelbank“, gestikuliert der Frontkämpfer in Richtung Aktenschrank. „Drei Wochen lang musste ich Furniere fügen. Wissen Sie was das ist?“. Ich nicke. „Die reinste Strafarbeit war das. Das kann ich ihnen sagen. Ich hab's gehasst und meinen Lehrmeister dafür verflucht.“ War das jetzt ernst gemeint? Irgendwie schon, scheint mir. Mike Giebel haut mit der Faust auf den Tisch. Immerhin ging es damals um einen Kredit in Millionenhöhe. „Ohne Eigenkapital“. Quasi aus dem Nichts. „Geht das?“, hake ich nach. Sabine Giebel schmunzelt: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und überzeugen konnte Mike schon immer“. Unternehmergeist par excellence.

Mike Giebel der Frontkämpfer scheint nicht nur rhetorisch oben auf. Giebel hat eine Vision: „Wir sind der Platzhirsch in der Nische. Klingt doch gut oder?“. Bitte was? Sabine Giebel grinst und winkt erneut ab. Noch während ich überlege, ob ich das so schreiben kann, fängt sie an zu lachen. Ihr Mann stimmt mit ein. Klingt zugegebenermaßen aber schon ein wenig abgehoben. Im Grunde sind die Giebels mit ihren zwei Söhnen, so denke ich mir, doch bodenständige Leute, oder? Jetzt unterbricht die Giebelfrau mich in meinen Gedanken: „Oh wenn sie wüssten. Wir fliegen regelmäßig zum Shoppen nach New York.“ Soll ich das nun glauben? Nein. Ein Scherz. Nun gut, 2:0 für die Giebels.

Apropos Scherz. Das hier ist definitiv keiner: Die Gesellen mussten sich bei Hans-Werner Harrmann, der das Unternehmen 1965 gründete und ein begnadeter Segelsportler war, tagtäglich per Klingel zum Dienst anmelden. „Wie beim Militär.“ Mike Giebel springt auf. Einen langen, mit hochklassigem Interieur versehenen Flur weiter, ein Fingerzeig in Richtung Decke. „Da ist sie. Ohne diese Klingel stünde ich heute vielleicht nicht hier.“ Ich habe Aufklärungsbedarf. „Ich war zu spät. Viel zu spät. Und ich hatte meinen Einberufungsbescheid in der Hand. Damals hab ich lange überlegt ob ich klingel oder mich übern Zaun hinten rein schleiche.“ Zum Militär wollte der Frontkämpfer dann doch nicht. Die Lösung: eine Zulassung zum Studium musste her. Kurze Zeit später hielt Mike Giebel seine Immatrikulationsbescheinigung in der Hand, einige Jahre später die Urkunde zum Diplom Ingenieur für Holztechnik.

Heute führen der Frontkämpfer und die Strategin in der Hinrichsdorfer Straße 5 ein Einrichtungshaus mit höchstem Anspruch:

Qualitätsmöbel von namhaften Herstellern wie Musterring, Stressless und Joop, Sonderanfertigungen und hochwertige Solitärmöbel, hand- und maßgefertigt in der kooperierenden „Designwerkstatt“ des Hauses.

Text/Fotos: Doreen Bülow