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Bis irgendwann tiefes Vertrauen entsteht…Essen ohne Schnickschnack - Lutz SeverinAngekommen - Mathias FreiheitKlassenmaß für Kurvenhatz und Windschnitt - Der 3er BMW„Play Golf – Have Fun”Pure Verführung - Klosterladen in Bad DoberanLiebe Leserin, lieber Leser,
Bis irgendwann tiefes Vertrauen entsteht…
Essen ohne Schnickschnack - Lutz Severin
Angekommen - Mathias Freiheit
Klassenmaß für Kurvenhatz und Windschnitt - Der 3er BMW
„Play Golf – Have Fun”
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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

„wer nach den Sternen greift, der muss durch die Wolken. "Mir scheint, nein, ich weiß es, dieser Spruch ist Lebensmaxime von Dr. Mathias von Hülsen. Ein hehres Ziel des Intendanten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Doch ohne geht es nicht. Wie sonst könnten sich die Festspiele MV zur prägenden Marke unseres Bundeslandes entwickelt haben. In der von Hülsen’schen Wohnung am Schweriner Pfaffenteich plauderte ich mit ihm und seiner Ehefrau Dorothy – aber nicht nur über die Festspiele. Ein wunderbar bodenständiges Paar.


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HELLO AGAIN…

16.09.2011
Dieser Mann kann es nicht lassen: Howard Carpendale. Er braucht die Bühne, das Publikum. Das Leben nach seinem Rückzug aus dem Showbusiness, das war nicht wirklich das, was ihn erfüllte, was ihm Sinn gab. Handel mit Immobilien, Aktienkauf und Aktienverkauf. Nein. „Ich war absolut unglücklich. Das bin nicht ich“, sagt der heute 65-Jährige. Mit seinem aktuellen Album, das den Titel „Das alles bin ich“ trägt,  erzählt er seinem Publikum, wer er denn nun wirklich ist.

Und ab November dieses Jahres geht Howard Carpendale mit eben diesem neuen Album auf Konzerttour durch Deutschland.  Am 10. November gastiert der Schlagerstar in der Rostocker Stadthalle.
Rostock „delüx“ traf ihn zu einer kleinen Plauderei in Berlin.

Howard Carpendale, wie oder wer sind Sie denn nun wirklich?
Ein bisschen Schlagersänger, ein bisschen Rockmusiker, ein bisschen Balladensänger und Entertainer ¬- von allem etwas. So verstehe ich mich auf jeden Fall beruflich. Es ist nicht so einfach, mich in eine bestimmte Schublade zu stecken.

Und wie sind Sie privat?
Ähnlich wie im Text des Titels „Das alles bin ich“, mit allen Höhen und Tiefen des Lebens. Manchmal ein bisschen naiv, manchmal ein bisschen lauter. Die Mitte gefällt mir schon am besten, aber ich befinde mich nicht immer in ihr.

Abschiede scheinen Sie nicht  zu mögen…
Sagen Sie das wegen meiner langen Beziehungen mit allen Menschen um mich herum? Mein Manager begleitet mich 33 Jahre, die Freundin 30 Jahre, die Sekretärin genauso lange... (lächelt)

Ihr Manager ist gerade 80 geworden, hörte ich.
Ja. Ein unglaublich agiler Mann ist dieser Dieter Weidenfeld. Sehr klug, sehr weise.  Der Typ ist nur unterwegs. Unglaublich. Eigentlich müsste er unser Bundeskanzler sein. Ganz im Ernst, das würde diesem Land sehr gut tun. Das einzige Problem ist, er redet zu viel… Weidenfeld und ich sind wie ein altes Ehepaar. Wir haben ständig aneinander etwas auszusetzen, aber es funktioniert wunderbar. Ich habe ihm viel zu verdanken. Er hat übrigens gerade seine Zähne alle erneuert, und zwar mit einer Methode, die mindestens 40 Jahre hält.

Na, dann bleiben Howard Carpendale und Dieter Weidenfeld uns ja noch eine Weile erhalten. Und was den sogenannten Kick betrifft, scheinen Sie sich nicht zu unterscheiden.
Wohl. Immerhin bringen Dieter und ich 145 Jahre pure Musikerfahrung mit. Und fest steht,  Menschen brauchen Herausforderungen, auch wenn Sie älter sind.

Sie haben mir aber meine Frage nach dem Abschied noch nicht beantwortet, schließlich sagten Sie der Bühne schon mal 2003 adieu.  Vielleicht ist Ihre  bevorstehende Konzerttournee so etwas wie die Flucht vorm Alter?
Mir ist seit meinem Rückzug von der Bühne, damals 2003, klar geworden, ein Leben ohne Ziele ist nichts für mich. Natürlich erhält ein Leben auf der Bühne jung. Es ist aber auch Leidenschaft. Das Schöne an diesem, jetzigen Teil meines Lebens ist: ich habe keinen Druck mehr. Ich brauche niemanden etwas zu beweisen. Aber eine Flucht  vor dem Alter ist die Bühne für mich nicht. Mein Leben auf dem Golfplatz ist eher eine Flucht vorm Alter.

Welches Golf-Handicup haben Sie eigentlich?
Jetzt bin ich auf zehn runtergerutscht. Mein Bestes war vier.

Und wie war das mit Ihrem Abstecher in die Formel-3-Klasse?
Ein Freund von mir hat mir die Chance gegeben, mit seinem Formel-3-Auto zu fahren. Und  nach der ersten Tour sagte er mir, ich leihe dir den Wagen länger, aber nur, wenn du damit eine Deutsche Meisterschaft mitfährst. Dann habe ich drei Wochen auf dem Nürburgring trainiert. Das war eine ziemliche Herausforderung.  Und direkt nach diesen drei Wochen waren die deutschen ADAC-Meisterschaften. Die bin ich mitgefahren und  Elfter von insgesamt 21 Teilnehmern geworden. Formel-3 ist pure Konzentration. Man liegt im Auto auf dem Boden und hat nur den Kopf hoch. Trotzdem fühlt man sich eins mit dem Wagen, auch sehr komfortabel. Und dann die unglaubliche Geschwindigkeit von Null auf 100 in zwei Sekunden. Nach diesem Kick habe ich lange gebraucht, um wieder auf den Boden des Alltags zurückzukommen. Die Leute in dieser Rennklasse sind sehr erdig, nicht so versponnen, wie wir Künstler oft sind. Das war eine sehr, sehr gute Erfahrung.

Wie haben Sie diesen Sommer verbracht?
Viel Zeit mit meinem Sohn Cass, der an der Universität in Orlando studiert. Wir waren in unserem Landhaus in Florida, dort haben wir das Leben genossen,  und seit Anfang September bin ich wieder hier in Deutschland, um meine Tournee vorzubereiten. 

Sie sind sportlich anzusehen.  In Ihrer ersten Karriere waren Sie auch mal Kugelstoßer, heißt es, sogar südafrikanischer Jugendmeister.  Wie weit stoßen Sie die sechs-Kilo-Kugel heute?
Vor fünf Jahren bei Gottschalk waren es, glaube ich, drei oder vier Meter weniger als mein Rekord  als 17-Jähriger. Der lag damals bei 15,33 Meter. Die Kugel habe ich übrigens gleich nach meinem Rekord weggepackt und nie wieder in die Hand genommen.

Müssen Sie eigentlich sehr auf Ihre körperlichen Pfunde achten?
 Ja, leider. Fit sein ist ein ewiger Kampf gegen meine Pfunde. Ich esse schon seit einigen Monaten keine Erdnussbutter mehr. Dafür jogge ich, mitunter auch aus Frust.

Sie schauen immer gepflegt aus. Sind Sie modebewusst?
Überhaupt nicht. Ich habe keine Ahnung von Mode. Ich lasse mich von meiner Freundin Donnice anziehen. Sie hat für mich einen guten Geschmack. Ich bin gerne gut angezogen, aber selbst einkleiden, nein, das könnte ich nicht….  (Carpendale zeigt auf seine Schuhe:) Die haben schon zwei Tourneen hinter sich. Ich wechsle nämlich nicht so gern meine Schuhe.

Sie sind im südafrikanischen Durban geboren, wo ja Ihr Großvater auch mal Bürgermeister war. Was ist Südafrika für ein Land?
Eigentlich ein sehr trauriges. Aber trotzdem eines der schönsten Länder der Welt. Es hat alles, Reichtum, Rohstoffe und so weiter. Aber Südafrika ist ein Land voller Korruption, auch heute noch.  Ich habe eine wunderbare Kindheit dort verbracht. Aber diese schöne Kindheit hatte auch etwas mit Apartheid zu tun. Wenn ich heute in Südafrika bin, hat sich immer noch nicht viel geändert. Die Reichen sind immer noch die Weißen, die Politiker sind ganz offensichtlich immer noch  korrupt und bestechlich.

Südafrikanischer Wein?
Ich bin kein großer Weinkenner, auch, weil ich keinen Tropfen Alkohol trinke. Durch meine Geschichte mit einer Frau, die ich sehr liebe, lehne ich alles, was in irgendeiner Form mit Alkohol zu tun hat, total ab.

Was ist für Sie Genuss, ja Luxus?
Das mag jetzt wirklich eigenartig klingen, aber für mich ist es Luxus, in Amerika vorm Fernseher zu sitzen, und American Football mit Freunden zu schauen.

Fühlen Sie sich eigentlich als Weltbürger?
Schwer zu sagen. Nun, ich habe 20 Jahre auf drei verschiedenen Kontinenten verbracht. Und von diesen dreien fühle ich mich Deutschland am ehesten verbunden. Wobei, im Moment ist die Politik dabei, mich ein bisschen zu enttäuschen. Ich  hätte von einem Land mehr erwartet,  dass vor 20, 30 Jahren mit seinen Sozialsystemen  führend in der Welt war. Jetzt stelle ich fest, alles was ich in Amerika nicht gut finde, kommt auch hierher. Außerdem haben sich die Politiker sehr, sehr weit entfernt von uns. Sie haben vergessen, was der Auftrag von Politik ist. Für mich ist das in erster Linie, so naiv es klingen mag, das Volk zufrieden zustellen. Aber es geht ihnen wohl nur darum, das Bruttosozialprodukt zu erhöhen. Das kann es nicht sein. Sie denken nur an die große Industrie aber nicht an den  kleinen Menschen.  Im Moment sehe ich auch keine Leitfigur in der deutschen Politik.

Sie waren schon mehrfach in Rostock. Haben Sie eigentlich Zeit, sich ein wenig in der Stadt umzuschauen?
Nein, das haben wir während der Tournee in kaum einer Stadt. Das Zeitfenster ist immer ziemlich eng.

Worauf kann sich das Rostocker Publikum am 10. November besonders freuen?
Der Oberbegriff bei dieser Tournee ist Spaß. Mehr verrate ich nicht.

Dann freuen wir Rostocker uns auf den Spaß mit Ihnen. Danke fürs Gespräch.
Regina Rösler