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Bis irgendwann tiefes Vertrauen entsteht…Essen ohne Schnickschnack - Lutz SeverinAngekommen - Mathias FreiheitKlassenmaß für Kurvenhatz und Windschnitt - Der 3er BMW„Play Golf – Have Fun”Pure Verführung - Klosterladen in Bad DoberanLiebe Leserin, lieber Leser,
Bis irgendwann tiefes Vertrauen entsteht…
Essen ohne Schnickschnack - Lutz Severin
Angekommen - Mathias Freiheit
Klassenmaß für Kurvenhatz und Windschnitt - Der 3er BMW
„Play Golf – Have Fun”
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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

„wer nach den Sternen greift, der muss durch die Wolken. "Mir scheint, nein, ich weiß es, dieser Spruch ist Lebensmaxime von Dr. Mathias von Hülsen. Ein hehres Ziel des Intendanten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Doch ohne geht es nicht. Wie sonst könnten sich die Festspiele MV zur prägenden Marke unseres Bundeslandes entwickelt haben. In der von Hülsen’schen Wohnung am Schweriner Pfaffenteich plauderte ich mit ihm und seiner Ehefrau Dorothy – aber nicht nur über die Festspiele. Ein wunderbar bodenständiges Paar.


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„Douglas-Vater“ Jörn Kreke

14.12.2010

Millionen Deutsche kaufen Parfüm bei Douglas, Bücher bei Thalia, Süßwaren bei Hussel, Schmuck bei Christ oder Damenmode bei AppelrathCüpper. Was viele nicht wissen: Alle diese Fachgeschäfte gehören zur Douglas Holding AG. Und die ist vor allem das Werk eines Mannes: Jörn Kreke, dem langjährigen Konzernchef  und heutigem Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Douglas Holding AG. Jörn Kreke weilte jüngst in Rostock, um in der Thalia Universitätsbuchhandlung sein Buch „Die Douglas-Story“ vorzustellen. Natürlich nutzte Rostock „delüx“ die Chance, mit einem der erfolgreichsten deutschen Einzelhändler zu einem Gespräch.

Herr Kreke, wie kaufen Sie eigentlich ein?
Dafür ist meine Frau Gisela verantwortlich. Ihr macht es Spaß, sie ist modisch sehr  interessiert, hat Freude an schönen Dingen. Sie geht gerne in Geschäfte. Wenn ich für mich selbst einkaufe, gehe ich meistens ganz gezielt in Läden, die ich kenne. Und das Einkaufen geht dann schnell.

Ist wohl typisch Mann . . . Hören Sie gerne auf Ihre Frau? Sie scheint, so ist‘s auch Ihrem Buch zu entnehmen, Ihnen eine wichtige und kluge Ratgeberin zu sein.
Meine Frau hat ein absolutes Gespür für Trends. Sie ist zwar keine Unternehmerin, sondern gelernte Säuglingsschwester, in Chemnitz geboren. Übrigens, sie war es auch, die uns den Tipp für die nun inzwischen ziemlich erfolgreiche Zusammenarbeit mit Jette Joop gab.

Die Unterzeile Ihres Buches lautet ‚Handel mit Herz und Verstand‘. Hätte ja auch ‚Handel ist Wandel‘ lauten können…
Den Untertitel habe ich ganz bewusst gewählt, denn Mitarbeiter und  Kunden sind  ebenso wichtig, wie das Handelsgeschäft als solches. Dieses Motto ist entscheidend für unseren Konzern.  Handel mit Herz und Verstand heißt nicht nur Geld verdienen. Wir müssen unsere Mitarbeiter begeistern, dass sie diese, unsere Philosophie umsetzen und an unsere Kunden weiter geben. Wenn sich Mitarbeiter unter Druck gesetzt, gar bevormundet oder rumgeschubst fühlen, dann drückt das die eigene Leistung, bremst eigene Ideen. Das hat natürlich negative Auswirkungen auf unsere Kunden. Mein Buch ist auch so etwas wie ein Spiegel unserer Firmenkultur. Führungskräfte und Mitarbeiter müssen das wissen, verstehen und verinnerlichen. Der Slogan setzt voraus, dass man tatsächlich auch Fehlertoleranz praktiziert. Das ist einer der Gründe, warum ich auch offen über die Fehler, die ich gemacht habe, berichte.

Stimmt, es fällt auf, dass Sie in Ihrem Buch sehr offen eigene Flops darlegen. Sie packen richtig aus.
Das ist Teil meines Anliegens, nämlich  Handel mit Herz und Verstand. Fehler anderen zuzuschieben, ist schlecht fürs Klima im Unternehmen. Es funktioniert nur mit Offenheit, Respekt und Toleranz. Ich möchte, dass die Leute wissen, wir sind berechenbar.

Ein Managermagazin bezeichnete Sie als Edelkrämer. Haben Sie eine Krämerseele?
Ich kann mich in das Denken und Fühlen eines Verkäufers rein versetzen, weil ich deren Position auch einmal ausgeübt, selbst auch hinterm Ladentisch gestanden habe. Und ich weiß, dass Kunden es gut finden, auch mal beim Einkauf zu lachen. Ich bin durch und durch Einzelhändler, und wenn das einer Krämer nennt, ist es mir auch recht. Ich sehe das ganz entspannt. (Lacht)

Unter Ihrem Konzerndach sind aktuell unter anderem Parfümerien, Bücher und Schmuck vereint.  Wie kam es zu diesen Käufen? Hatten Sie immer das richtige Gespür, das richtige Händchen?
Wissen Sie, es waren in Wirklichkeit ja noch viel mehr Experimente, die wir gemacht haben. Sie könnten also genauso gut fragen, warum haben wir dieses oder jenes  nicht mehr…(Schmunzelt) Es soll hier also nicht der Eindruck entstehen, ich oder wir hätten immer ins Schwarze getroffen. Ich lag auch häufig daneben. Und habe immer den Mut gehabt, mich dazu zu bekennen und konsequent Schluss zu machen.

Welche Rolle spielt Ihr Bauchgefühl?
Keine; eher wohl die Freude am Handel.

Wie verträgt sich denn dieses, salopp gesagt, Sammelsurium von Firmen?
Das verträgt sich nur dadurch, dass dies kein Sammelsurium ist, sondern konsequent strukturierte Betriebe, die nebeneinander arbeiten, jeweils mit ganz eigenem Management. Da, wo sich manche Dinge bündeln lassen, werden sie auf Holding-Ebene vernetzt.

Was hat Sie getrieben, zu expandieren? War es das Streben nach Profit?
Nein. Ich bin geprägt durch den Senior Eklöh, der in Europa einst die Selbstbedienungsläden einführte. Ich selbst wollte im Handel etwas aufbauen, um meine eigene Spur zu hinterlassen. Und daraus hat sich dann dieser Fachgeschäftskonzern entwickelt. Natürlich müssen wir als Aktiengesellschaft darauf achten, dass die Zahlen stimmen. Ohne Geld, das generiert wird, können wir nicht wachsen. Aber das Entscheidende ist Freude an der Aufgabe, an den Ideen, etwas aufzubauen, woran auch die Mitarbeiter Spaß haben. Und wenn man dann erfolgreich ist, dann verdient man auch Geld.

Sechs Jahre haben Sie in jungen Jahren in Amerika gelebt und studiert, kehrten voller Begeisterung zurück, sind auch heute noch oft dort. Aber investiert haben Sie nicht in Amerika. Oder?
Wir haben in Amerika mit Douglas-Läden investiert. Das weitere Wachstum war aber zu risikoreich geworden. Und alles auf eine Karte setzen, das wollten wir nicht.

Der Douglas-Konzern hat immer noch eine familiengeprägte Struktur. Ihr Sohn Henning steht nun seit zehn Jahren dem Konzern  vor. Sie selbst Herr Kreke, sind seitdem Vorsitzender des Aufsichtsrates der Douglas Holding. Wie ist das Miteinander von Vater und Sohn?
Wir haben das große Glück, dass wir uns gut verstehen, was ja nicht immer selbstverständlich ist. Henning ist mein Sohn, aber in erster Linie guter Partner und Freund. Ich mische mich nicht in seine Entscheidungen ein. Ich diskutiere mit ihm darüber, was ich Neues gesehen habe, dann greift er es auf oder nicht. Ich frage aber auch nicht groß nach. Man darf nicht - und dazu neigen manche westfälische Unternehmer - so tun, als ziehe man sich zurück, aber in Wirklichkeit will man alle Fäden in der Hand behalten. Das funktioniert nicht.

Manager oder Unternehmer - was sind Sie?

Unternehmer.

Und Ihr Sohn Henning?
Mehr der Manager, das ist dieser heutigen Zeit und der Größe des Unternehmens geschuldet. Es wird absolut professionelles Management verlangt.

Es fällt auf, Sie sprechen häufig in der Wir-Form. Warum?
Ohne das Team um mich herum, hätte ich das Erreichte nie geschafft. Außerdem hatte ich das große Glück, im richtigen Moment auf die richtigen Leute zu stoßen. Insofern wäre es nicht korrekt, vom ich zu sprechen.

Herr Kreke, man sagt Ihnen nach, Sie können Leute begeistern, mitreißen. Wie motivieren Sie Mitarbeiter?
Aus meiner Sicht ist Loben und positiv mit den Mitarbeitern reden wichtiger und erfolgversprechender, als an ihnen rumzunörgeln. Ich habe gerne fröhliche Menschen um mich herum und versuche auch immer eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen. Außerdem bin ich beeindruckt von dem, was unsere Mitarbeiter draußen in den Läden leisten. Das ist schon nicht ohne. Jüngst mussten auch einmal die Mitarbeiter aus der Hagener Zentrale draußen in den Läden  arbeiten, damit sie wissen, um was es geht und nicht denken, sie verwalten nur Papier. Es geht um Menschen und ihre Leistung. Diese Aktion stieß übrigens auf große Begeisterung, auf beiden Seiten.  Seither ist der Umgang miteinander verständnis­voller.  

Was empfehlen Sie jungen Leuten, wenn diese ein eigenes Unternehmen gründen?
Einfach machen, aber nicht Kopf und Kragen riskieren. Langen Atem haben. Partner sind wichtig. Ich habe in meinem Leben immer mit Partnern zusammengearbeitet. Das setzt natürlich auch voraus, dass man mit anderen Leuten zurecht kommt und tolerant ist.

Hat der Internethandel eine Zukunft?
Ja, absolut. Manche Bereiche mehr, manche weniger. Für Mode und Parfümerie vermutlich eher weniger. Die große Chance für uns ist die Verknüpfung zwischen stationärem Einzelhandel und dem Netz. Das auszubauen ist unser großes Ziel. Deshalb ist die DOUGLAS-Gruppe zum Beispiel auch Mehrheitsgesellschafter bei Buch.de geworden.

Sie sind 50 Jahre mit Ihrer Frau zusammen. Wie funktioniert das?
Ich kann Ihnen das auch nicht sagen. Vielleicht weil, meine Frau mich zu nehmen weiß… Wir haben uns immer etwas zu sagen und lachen, unternehmen viel gemeinsam, sind tolerant.  Aber, Glück kann man nicht zwingen.

Jörn Kreke, vielen Dank für das Gespräch, sagt Regina Rösler

Bildunterschrift: Jörn Kreke
Fotos: Thomas Ulrich