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Ehrfurcht und Neugier bewahren - Ranga YogeswarDie Kunst wird sich ihre Wege suchenDann eben Greige…Küchenkünstler (8): Markus Görner, Schloss Teschow - Die Kartoffel macht‘sLiebe Leserin, lieber Leser,Urbane Freiheit - Der Citroën C-CROSSER
Ehrfurcht und Neugier bewahren - Ranga Yogeswar
Die Kunst wird sich ihre Wege suchen
Dann eben Greige…
Küchenkünstler (8): Markus Görner, Schloss Teschow - Die Kartoffel macht‘s
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Dann eben Greige…

12.12.2011
„Heiligendamm ist für mich so etwas wie der ‚Zauberberg‘, ein Ort, verloren in seiner  Zeit,“ sagt Anne Maria Jagdfeld.

Die Inneneinrichtungsdesignerin muss es wissen, denn wohl kaum ein anderer ist mit Heiligendamm und seinem Grand Hotel so verwoben wie sie.

„Nur noch mein Mann“, fügt die große, schlanke Frau schmunzelnd hinzu. Schließlich ist sie die Ehefrau des Immobilienunternehmers Anno August Jagdfeld, dessen Name natürlich für das, was in der Weißen Stadt
am Meer seit 1996 mit dem Erwerb des Ensembles durch die Kölner Fundus-Gruppe geschieht, steht. Aber prägend für die
Renovierung, das Interior Design und die
Gartengestaltung des denkmalgeschützten Hotelensembles ist der Name Anne Maria Jagdfeld, Stilexpertin per excellence. Sie ist die verantwortliche Inneneinrichterin des Luxushotels.

Ihre Firma „jagdfeld design“ entwirft Möbel und komplette Neu-Einrichtungen für Spitzenhotels, Unternehmen und private Residenzen. Dazu zählen unter anderem  Projekte wie das Berliner Hotel Adlon oder der exklusive Gesellschaftstreff „China Club Berlin“. Auch im Berliner Quartier 206 zeigt Anne Maria Jagdfeld ausgewählte Möbel, Objekte und Wohnaccessoires.
Damals, 2003, vor der Eröffnung des Grand Hotels Heiligendamm, verbrachte die gebürtige Jülicherin drei Monate vor Ort. „Es war die schönste Zeit, die ich jemals hatte. Jeden Abend gibt es hier einen neuen, anderen Sonnenuntergang, dann die Weite der Ostsee, die täglich andere Farben trägt.  Für mich wahrer Luxus in unserer immer schneller werdenden Zeit. In Heiligendamm finde ich etwas von den wirklichen Werten unserer Zeit.“ Klingt wie eine Liebeserklärung…

Und so war es für die heute 56-Jährige selbstverständlich, sich bei der Inneneinrichtung des klassizistischen Gebäudeensembles dem genius loci, dem Geist des Ortes, verpflichtet zu sehen. „Innen so schlicht wie möglich, mit guten Materialien, den natürlichen Farben der Umgebung angepasst. Dazu zählen für mich  das Blau der Ostsee - oder ihr Grün, wenn die Sonne scheint - und  die weichen, leichten Töne des Sandstrandes“,  formuliert Frau Jagdfeld ihre Absicht. Aber auch von  den alten, hohen, kräftigen Buchenbäumen  rund um Heiligendamm ließ sie sich inspirieren. „Ohne dabei das Luxuriöse aus den Augen zu lassen.“ Sie spricht von den Farben beige-grau. „Ich nenne das immer Greige“, schmunzelt die Designerin über diese Wortkreation. „Das ist kein Beige und auch kein Grau.“ Okay, dann eben Greige, im eigentlichen Sinne wohl eher eine Nichtfarbe. „Aber in dieser Nichtfarbe entspannen Auge und Gemüt. Farben habe ich dann mit verschieden Akzenten und Asseccoires  in die Zimmer hineingebracht.“ Überhaupt bevorzuge sie eine gewisse Schlichtheit. Das bringe Leichtigkeit, Harmonie und Wohlfühlatmosphäre. „Stellen Sie sich ein rotes Zimmer vor, nach ein paar Wochen wollen Sie alles renovieren, weil Sie es in diesen Farben nicht mehr aushalten.“ Auch wenn die Einrichtung im Grand Hotel Heiligendamm in erster Linie den Farben der Landschaft vor den Hotelzimmerfenstern nachempfunden ist, von ihr geprägt wurde, die Designerin setzte zahlreiche Akzente im Haus mit Souvenirs aus aller Welt. „Das ist  auch meinen vielen Reisen geschuldet“, gesteht Anne Maria Jagdfeld. Edle Stoffe wie Samt, Seide oder Leinen vermitteln eine gewisse Noblesse, bekräftigen die stilvolle Gastlichkeit des  Hauses.

Und dann plaudert die Unternehmerin noch über ihre Lieblingsfarbe weiß. „Wir hatten über viele Jahre ein Ferienhaus an der belgischen Küste, das war ganz in weiß eingerichtet. Vorhänge, Möbel, Sessel, alles mit weißem Leinen bezogen.“ Mutig, wenn man bedenkt, die Jagdfelds hatten zu jener Zeit heranwachsende  Söhne. „Es ging wunderbar. Kein Problem.“ 

Anne Maria Jagdfeld empfiehlt für normal große Wohnungen so wenig wie möglich Farben. „Jedes Zimmer in einer anderen Farbe, macht eine Wohnung klein.“  Und wie ist das mit dem Möbelmix, wie wird der harmonisch eingepasst?  „Wenn man Möbel und dazu auch die Vorhänge mit dem gleichen Stoff bezieht, dann verheiratet  man die Möbel auf die schönste Weise“, lächelt Anne Maria Jagdfeld. „Denn im eigentlichen Sinne ist eine gute  Innenarchitektur  zuvorderst Beschränkung auf das Wesentliche“. Klare Strukturen seien entscheidend. „Wenn man sich im Design beschränkt, entstehen klare Linien. Am Ende fühlt man sich in einer schlichten Atmosphäre einfach wohler“.

Bild 1: Bevorzugt weiche Farben und schlichte Linien: Anne Maria Jagdfeld.
Fotos: Grand Hotel Heiligendamm