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Bis irgendwann tiefes Vertrauen entsteht…
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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

„wer nach den Sternen greift, der muss durch die Wolken. "Mir scheint, nein, ich weiß es, dieser Spruch ist Lebensmaxime von Dr. Mathias von Hülsen. Ein hehres Ziel des Intendanten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Doch ohne geht es nicht. Wie sonst könnten sich die Festspiele MV zur prägenden Marke unseres Bundeslandes entwickelt haben. In der von Hülsen’schen Wohnung am Schweriner Pfaffenteich plauderte ich mit ihm und seiner Ehefrau Dorothy – aber nicht nur über die Festspiele. Ein wunderbar bodenständiges Paar.


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4-Sterne Currywurst

10.12.2008

 

Chef des Hauses:Norbert Huemer.

„Immer mal wieder was Neues. Das macht uns interessant. Das zieht Gäste an.“ Norbert Huemer weiß, was er will und vor allem auch, was seine Gäste wollen.

Seit gut einem Jahr ist der gebürtige Österreicher Chef, General Manager, im Rostocker Radisson Hotel. Rezidor Hotel Group bezeichnet sich selbst als der derzeit am schnellsten wachsende Hotelbetreiber weltweit. Gegenwärtig gehören zu der international agierenden Kette knapp 300 Hotels in 49 Ländern. In 5 Jahren sollen es schon doppelt so viele Häuser sein. Das Rostocker kam 2005 neu hinzu, nachdem das alte Radisson, das ehemalige „Warnow“-Hotel an gleicher Stelle zuvor abgerissen worden war.

Auf die Minute genau, Punkt 12 Uhr, erscheint der Hotelchef zum vereinbarten Termin. Und lädt zum Lunch. Im Restaurant gleich rechts neben dem Eingangsbereich des erfrischend gestylten 4-Sterne Hotels. Alles erscheint minimalistisch und dabei doch hochwertig. Tischläufer statt Tischdecken sind angesagt. Plüsch ist verpönt.

Der tägliche Lunch zwischen 12 und 15 Uhr ist so eine Neuerung des 41-jährigen. Für 13,50 Euro kann sich der Gast hier auf der Zunge zergehen lassen, was der Hausherr verspricht: Eine überwiegend mediterran geprägte Küche, die aber auch den Wunsch nach regionalen Spezialitäten erfüllt. Und dabei ganz bewusst auf stets frische Zutaten, auf Angebote der Saison setzt.

Wer es nicht glaubt, kann sozusagen hautnah verfolgen, was in der Gläsernen Küche in die Pfannen und Töpfe kommt. Und wird erkennen: Hier wird gehalten, was versprochen wird. Das gilt auch für die Vorspeisen und Desserts.

Blick in die Hotellobby.

Heute steht unter anderem ein Frankfurter Kranz auf dem geschmackvoll hergerichteten Buffet. Die Torte lässt bei Norbert Huemer gleich in zweierlei Hinsicht Erinnerungen wach werden. Einmal an die Zeit als Azubi, die den gelernten Konditor, nachhaltig geprägt hat. Vor allem auch, wie er sagt, in der Hinsicht anderen stets gut zuzuhören, wie es denn nun richtig gemacht wird. Um am Ende erfolgreich zu sein. War es damals noch der Kuchen, der im Mittelpunkt stand, so dreht sich inzwischen alles um das Wohl der Gäste. „Wer seinen Gästen nicht zuhört, nicht versucht herauszufinden, was ihnen gefällt und was nicht, um Kritisiertes dann auch zu ändern, der wird niemals erfolgreich sein.“ Norbert Huemer hört stets ganz genau hin. Immer und immer wieder. „Yes I Can“ lautet die Servicephilosophie der Radisson SAS Hotels und des Hoteliers aus Leidenschaft. Geht nicht, gibt es nicht. 100 Prozent „guest satisfaction“ ist angesagt.

Der Frankfurter Kranz weckt bei Norbert Huemer aber auch ganz persönliche Erinnerungen an seine Zeit als stellvertretender Hotelchef in Frankfurt. Da hat er mit einer Neuerung für ganz besondere Furore gesorgt. Mit sozusagen zweimal genutzten Kaffeebohnen. Mit Kopi Luwak, mit „Kaffee aus der Katze“. Die Geschichte geht so: Auf den Inseln Sumatra, Java und Sulawesi, und nur dort, lebt eine Schleichkatzenart, die die noch unreifen Bohnen, die so genannten Kaffeekirschen, frisst, das Fruchtfleisch verdaut und die Bohnen wieder ausscheidet. Das Exkret wird von Einheimischen eingesammelt. Lange suchen müssen sie das nicht. Die wieselflinken, zumeist nachtaktiven Baumbewohner suchen permanent an gleicher Stelle ihr Katzenklo auf. Die während des Verdauungsprozesses fermentierten Bohnen werden gewaschen und anschließend leicht geröstet und so zum teuersten Kaffee der Welt. 1.000 Euro für ein Kilo sind durchaus möglich. Auch und vor allem weil nur ein paar Hundert Kilo jährlich zusammenkommen. Und wie schmeckt dieser Kaffe nun? Der englische Schauspieler John Cleese hat es so beschrieben: erdig, sirupgleich, mild und doch gehaltvoll mit leichten Untertönen von Dschungel und Schokolade.

„Muss man einfach mal probieren. In Frankfurt sind uns die Gäste die Türen eingerannt“, zeigt sich Norbert Huemer noch heute stolz auf diese, seine so überaus erfolgreich eingeschlagene Neuerung. Und verbindet damit gleich noch eine Geschäftsidee, die er permanent verfolgt. „Gäste kommen nicht in ein Hotel, um nur zu schlafen, die wollen auch was Neues kennen lernen, die wollen dazu lernen. Da muss man sich schon was einfallen lassen. Den Kaffee, den würde ich gern auch mal unseren Rostocker Hotelgästen anbieten. Aber im Moment fehlt mir einfach die Zeit für die Vorbereitungen. Jetzt dreht sich alles erst einmal um die Adventszeit, Weihnachten und Sylvester“, verweist der „Mann der Tausend Ideen“ auf das Programm für die Zeit hoher Genüsse.

Um zugleich zufrieden zu registrieren, das rundherum im Restaurant, jetzt zu besten Lunchzeit, kaum noch ein Platz frei ist. Auch diese Idee – Nicht-Hotel-Gästen die Schwellenangst zu nehmen, den 4-Sterne-Superior-Service zu nutzen - scheint aufzugehen. „Wäre schön, wenn künftig noch der eine oder andere Passant mehr reinschauen würde, um anschließend zu sagen: es hat sich gelohnt. Vielleicht erreichen wir sie ja mit unserem Adventsbrunch“ sagt der 41-jährige und scheint dabei mit Blick durch die riesigen Glasfenster auf die vorbeieilenden Menschen inmitten der Rostocker Innenstadt, schon mal den einen oder anderen künftigen Gast in Gedanken anzusprechen.

Modern: Die Bar im Radisson SAS.

„Leberterrine mit Portweingelee, Hirschkeule mit glasierten Maronen, geschmorte Entenkeulen, mariniertes Hähnchen in Tandoori gebacken und dann unsere Desserts! Die Kinder haben sogar ihr eigenes Büffet. Und die bekommen auch richtig was zu tun. Bis Weihnachten wollen wir das größte Lebkuchenhaus der Stadt bauen. Am 30. November ist Grundsteinlegung, eine Woche später soll schon Richtfest sein, dann wird die nächsten Sonntage kräftig weitergearbeitet, um am 21. Dezember den letzten Zuckernagel einzuschlagen und gleichzeitig Einzug zu feiern. Ob 2 oder 10 Jahre alt, ob Mädchen oder Junge, bei uns wird jeder zum Baumeister“, garantiert Norbert Huemer jedem Kind nicht nur einen Sitz-, sondern auch einen Aus- bzw. Arbeitsplatz. Die passende Berufsbekleidung wird gleich mitgeliefert. Schichtschluss bestimmt jeder selbst.

„Das ganze wird noch getoppt durch unser Heiligabendbuffet bzw. den Weihnachtsbrunch am 25. und 26. Dezember“, ergänzt Magdalena Jedrasik, Director of Sales. Weil Kinder erfahrungsgemäß vergleichsweise schnell die Lust am Schlemmen verlieren, das Lebkuchenhaus aber bereits fertig, sollen die jungen Gäste im eigens eingerichteten Kino, oder beim Spielen und Schminken bei Laune gehalten werden. Die Eltern angesichts einer Shrimpspyramide mit Ketakaviar und bei Geflügelterrinen, pochierten Lachsmedaillons, oder gebackenem Karpfen ohnehin nie verlieren werden.

Und das Allerbeste zum Schluss. Bei der Sylvestergala geht es gleich in mehrfacher Hinsicht heiß her. Heiß die Musik, heiß auch die Dessert­show und heiß, wenn auch kalt serviert, die etwas anderen Cocktails zum Jahreswechsel. Da fliegen auch schon mal brennende Flaschen durch den Raum. Richtig ins Schwitzen kommen dürfte so mancher Gast auch angesichts des Feuerwerks um Mitternacht. Da muss keiner vor die Tür. Das Aufleuchten der Sterne inmitten des 4-Sterne Superior Hauses kann auch schon mal aus einer Privatlounge heraus bestaunt werden. Immer dann, wenn der Wunsch vorab geäußert wurde im privaten Rahmen den Jahreswechsel zu begehen, ohne auf eine große Feiergemeinschaft rundherum verzichten zu wollen. Schon wieder so eine Neuerung des Hoteliers.

Und - fast hätten wir es vergessen - richtig heiß auch die Currywurst zum Mitternachtsbuffet. Nicht einfach mal ebenso mit Curry oder auch Senf gereicht, sondern mit etwas Trüffel angereichert. Eine 4-Sterne Wurst im 4-Sterne Hotel, die schon im Sommer viele Freunde gefunden hat.

Und weil manch Gast nach so einer Feier wohl nur ungern wieder schnell nach Hause will, lohnt es sich bestimmt auch mal in den „happy new year“-Arrangements zu blättern. In 233 Doppelzimmern oder den 18 Suiten findet sich sicher ein passendes Bett mit gewünschtem Interior. Der Verbleib bietet dann sicherlich auch Gelegenheit es sich im Beauty- und Wellnessbereich über den Dächern der Stadt gut gehen zu lassen. Oder im Fitnessraum die Kraft zu tanken, die für ein erfolgreiches 2009 unabdingbar ist.

Norbert Huemer wird sich dann auf alle Fälle ein Flasche seines original Arizona Eistees mit auf den Hometrainer nehmen. Noch so eine „Ausnahmeangebot“ des Familienvaters, das für Furore sorgt. Die Flasche muss man einfach mal gesehen haben…….

Jürgen Drewes