Sein neustes Förderprojekt: Die Schülerbücherei in der Grundschule Marli in Lübeck.
In Bibliotheken fühlt man sich wie in der Gegenwart eines großen Kapitals, das geräuschlos unberechenbare Zinsen spendet“, wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Etwas von diesem großen Kapital, dem Wissen, was in Büchern steckt, aber auch von der Freude, die beim Lesen entsteht, an die Kinder weitergeben, das ist das Ziel der neuen Schülerbücherei der Grundschule Marli in Lübeck.
Rund 2000 Werke stehen seit Ende September in den Regalen der Bibliothek. „So viele Bücher!“ freut sich Henning Hamkens von der Weiland Kulturstiftung, als er zusammen mit den Grundschülern die Bücherei zum ersten Mal betritt. „So viele Gründe sich nicht ständig vor diesen viereckigen Glimmerkasten zu hocken!“
Ohne den Hauptsponsor des Projektes wären die Regalbretter vermutlich leer geblieben. Mit 6.500 Euro hat sich die Stiftung des Weiland Geschäftsführers Henning Hamkens an der Einrichtung der Bibliothek beteiligt. Die Weiland Kulturstiftung, die 2007 von Henning Hamkens und seiner Frau Christiane ins Leben gerufen wurde, hat sich die Förderung von Kunst, Kultur und Bildung zur Aufgabe gemacht. Insbesondere werden Musik- und Kunstschulen für Kinder und Jugendliche sowie Schulen und andere Einrichtungen, die sich um die Vermittlung von Lesefähigkeit und Lesebereitschaft bemühen, finanziell unterstützt. „Die Schülerbibliothek der Marli Schule entspricht genau unserem Stiftungszweck.

Die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen liegt mir in einer Zeit, in der viele Kinder oft stundenlang vor dem Computer oder dem Fernseher sitzen, besonders am Herzen“, sagt Henning Hamkens bei der Eröffnung der Bibliothek. Am besten gefalle ihm an dem Konzept, dass die Kinder die Bücherei selbst leiten. „Bücher bestellen, ausleihen und zurücknehmen, das liegt alles in den Händen der Kinder. So erfahren die Kleinen nicht nur, wie viel Freude lesen bereitet, sondern sie übernehmen auch so früh wie möglich Verantwortung.“ Jedes Kind darf sich bis zu zwei Bücher pro Woche mit nach Hause nehmen. Ob Klassiker wie „Pippi Langstrumpf“ und „Die drei Fragezeichen“ oder Neuheiten wie die Fantasyreihe „Yoda“, sie alle warten nur darauf von ihren kleinen Lesern verschlungen zu werden. Und das Beste: Das Ausleihen kostet nicht einen Cent.

In der Leseecke tummeln sich schon die ersten kleinen Leseratten. „Boa, das Star Wars Buch, das wollte ich doch ausleihen“, sagt Tom enttäuscht. Aber Olaf verspricht seinem Freund: „Ich lese ganz schnell und wenn ich fertig bin, kannst du es sofort haben.“ Ein Klingeln unterbricht die gemütliche Leserunde. „So ihr Lieben“, sagt Schuldirektor Alfred Glaser, „die Pflicht ruft. Auf geht’s zum Unterricht.“ Nur widerwillig lösen die Kinder sich von den Schmökern. Anna klappt das Pferdebuch zu, stellt es zurück ins Regal und spricht das aus, was vermutlich auch ihre Klassenkameraden denken: „In der nächsten Pause komme ich wieder, auf jeden Fall!“ Könnte Goethe das Geschehen beobachten, es würde ihm vermutlich ein Schmunzeln über das Gesicht huschen. Denn er hatte recht: Das Kapital der Schülerbücherei der Grundschule Marli scheint seinen kleinen Benutzern bereits vom ersten Tag an kostbare Zinsen auszuschütten.
Lisa Ponath
Bild Henning Hamkens: Die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen ist Henning Hamkens ein wichtiges Anliegen.
Bild Weiland: Henning Hamkens spendete den Kindern der Marli-Schule durch die Weiland Kulturstiftung mehr als 2000 Bücher.